Aufnahme(technik) bei PARADAWGMA 2001

Frank Weber

 

 

Wir haben es uns bei den Aufnahmen zu Paradawgma 2001 möglichst leicht gemacht. Schließlich war nicht viel Zeit und uns war klar, daß wir eine Demo-CD brauchen, die aber ­ gerade in musikalischer Hinsicht ­ hoffentlich nicht unser letztes Wort sein soll.

Also haben wir im Vorfeld nach einigen Diskussionen entschieden, es in Zwei-Spur-Technik zu versuchen. Alles Erforderliche hatten wir, brauchten also kein Studio zu mieten1 und auch keine Technik; nur ein Raum mußte her, in dem unsere Musik möglichst gut klingt und entsprechend natürlich mit Raumklang versehen wird.

Wir hatten am Ende für das geplante Wochenende zwei Räume für je einen Tag zur Verfügung. Es handelt sich um Gemeindesäle in zwei Kirchengemeinden in Hannover (Danke an die St. Martin Gemeinde Anderten und die Jakobigemeinde Kirchrode).

Nun aber erst einmal zu Namen, Zahlen, Daten, eben den Dingen, die erwartet, wer sich einen Text ansieht, der wie dieser angekündigt wird.

Bei den Aufnahmen standen wir mehr oder weniger im Kreise und haben (nach Versuchen mit anderen Mikrophonen und anderer Mikrophonierung) uns für eine Blumlein-Aufstellung - zwei unter 900 gekreuzte Achten - mit zwei AKG C414B-ULS entschieden. Die Lautstärke der Instrumente ließ sich verhältnismäßig einfach über das Vor- oder Zurück-Rücken der jeweils zu lauten oder zu leisen Musiker erreichen. Allgemein war die Gitarre ca. 50 cm bis 1,20 m vom Mikrophon entfernt und damit am dichtesten. Mandoline und Geige waren ca. 1,20 m bis 1,80 m vom Mikrophonstativ entfernt und am weitesten weg stand der Baß mit ca. 2 m bis 2,50 m Entfernung von den Mikrophonen.

Etwa sechs oder sieben Meter entfernt saß Sebastian Gerhard2, der sich um die Technik und musikalisch Rückmeldungen kümmerte: Ich finde, das solltet Ihr noch mal machen. Das war noch nicht gut... Er hatte einen geschlossenen Kopfhörer auf (Sennheiser HD 265linear) und machte reichlich Notizen zu den einzelnen Tracks und entsprechenden Durchläufen, die beim wiederholten Durchhören der Rohbänder nützlich waren.

Ein speziell modifizierter Behringer Pre-Q Mikrophonvorverstärker3 übernahm auch bei uns, was der Name sagt; das vorverstärkte Ausgangssignal ging direkt ins DAT.

Wer das Roh-Ergebnis der Sessions hört, bemerkt als erstes, daß die Aufnahmen der beiden Tage aus den unterschiedlichen Räumen doch sehr verschieden klingen. ­ Das war auch bei unseren Diskussionen hinterher ein Thema. Wir hatten aber keine Möglichkeit, nur mit den Aufnahmen aus einen Raum auszukommen.

Also war eine der Aufgaben für die anschließende Feinarbeit am Klang, die Aufnahmen aus den unterschiedlichen Räumen so aneinander anzugleichen, daßsie zwar je ihren eigenen Sound behalten, aber doch auf einer CD - auch abwechselnd - vorkommen können.

Aufgenommen ist Paradawgma 2001 auf DAT (Tascam DA-20) mit 44,1-kHz-Samplefrequenz. Die digitalen Audiodaten wurden über ein Koaxial-Digitalkabel in den Apple G4 importiert, wo mit WaveBurner die Tracks geschnitten sowie anschließend mit Spark klanglich nachbearbeitet sind.

Drei Effekte kamen in Reihe zum Einsatz: Ein Maximizer, allerdings sehr behutsam, anschließend ein drei-bandiger parametrischer Equalizer4 und zum Schluß ein Kompressor/Limiter5.

Als Abhörmonitor setzten wir den Jecklin Float Elektrostat Kopfhörer ein6, gespeist vom Lindemann Amp3. Wichtig ist, Fehler oder klangliche Unsauberkeiten deutlich zu hören und so vermeiden zu können.

Eine Nachbemerkung sei noch erlaubt: Keiner der hier genannten Hersteller fördert Paradawgma (bisher ­ leider). Wir sind jedoch käuflich. Wenn hier Firmennamen genannt sind, so unabhängig von allen möglichen Markenrechten und Warenzeichen nur zu Zwecken der Information über unsere Aufnahmen.

 

Wer weitere Details wissen möchte, kann gerne per e-mail anfragen.

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Fußnoten:

1 Unsere Idee war: Wenn wir den Eindruck haben, daß das Geld durchrauscht wie bei der Parkuhr, dann spielen wir vielleicht nicht hinreichend locker. Wenn wir jedoch selber entscheiden, wie viele Wiederholungen wir machen, dann liegt es allein bei (oder an) uns. ­ Dies schien uns für unseren Status des Zusammenspiels vom Oktober 2001 angemessen: Immerhin: fünf Monate Paradawgma, denn wir probten erstmals am 1. Mai 2001.

2 http://www.venturemedia.de

3 einigen Baugruppen sind gegen bessere ausgetauscht

4 unterschiedlich je nach Raum, jedoch generell so, daß in den Mitten die Gitarre gegenüber der Mandoline abgesetzt wurde. In einem der Säle war eine deutliche Baßabsenkung bei ca. 80 Hz erforderlich (3 dB mit mittlerer Flankensteilheit)

5 Limitiert wurde auf -0,1 dB, komprimiert zuvor um Faktor 1,1 bis 1,3 ­ ab -8 bzw. -12 dB.

6 Die Benutzung eines Kopfhörers ist einerseits bei längeren Sitzungen (auch für die Nachbarschaft) am Rechner entspannend ­ zumal sich der Jecklin Float sehr bequem tragen läßt, da er nicht auf die Ohren drückt ­ und dies Verfahren erlaubt wegen der hohen Impulstreue des Elektrostaten eine sehr gute Räumlichkeit und eine ausgezeichnete Kontrolle über extreme Höhen, die über Lautsprecher kaum je hörbar werden.